Lingen leutchtet - Ein Bericht mit freundlichen Genehmigung der Lingener Tagesost

 
Foto: lingener Tagespost Foto: Julia Mausch

Es war ein ebenso friedliches wie beeindruckendes Bild, das die laut Polizeiangaben 1200 Teilnehmer der Veranstaltung nach Einbruch der Dunkelheit mit Kerzen, Taschenlampen und Laternen schweigend boten. Foto: Julia Mausch

 

"Lingen leuchtet – Wir sind mehr!"
1200 setzen in Lingen Zeichen für Zusammenhalt der Gesellschaft

Mit einer halbstündigen Demonstration haben am Mittwochabend rund 1200 Menschen auf dem Lingener Marktplatz ein Zeichen für den Zusammenhalt der Gesellschaft, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Solidarität, Vielfalt und Menschlichkeit gesetzt.

 

Es war ein ebenso friedliches wie beeindruckendes Bild, das die laut Polizeiangaben 1200 Teilnehmer der Veranstaltung nach Einbruch der Dunkelheit mit Kerzen, Taschenlampen und Laternen boten. "Lingen leuchtet – wir sind mehr!" lautete das Motto der von einem privaten Arbeitskreis um Initiatorin Kornelia Spielmanns organisierten Demonstration. Diesem Motto wurden die Lingener am Mittwochabend gerecht. Sie machten deutlich, dass sie nicht denen die Meinungshoheit überlassen wollen, die sich lautstark, ausgrenzend, demokratiefeindlich und menschenverachtend äußern.

Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone sagte in seinem Grußwort, die Teilnehmer der Demonstration würden gemeinsam die Angriffe auf das friedliche Zusammenleben und die Auseinandersetzungen in den vergangenen Wochen, die fremdenfeindlichen Übergriffe und die verschiedenen Rechtsbrüche in Chemnitz und anderen deutschen Städten auf das Schärfste verurteilen.

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Krone: Stimme gegen Radikalisierung und Rechtsextremismus erheben

 "Dazu dürfen und wollen wir nicht länger schweigen, sondern gemeinsam unsere Stimme gegen Radikalisierung und Rechtsextremismus jeglicher Art erheben", erklärte Krone. Damit wolle man denen entgegentreten, die die lang umkämpften Werte der Demokratie mit Füßen treten und zu untergraben versuchen würden.

"Wir müssen die Ängste und Sorgen der Menschen sehr ernst nehmen", erklärte Krone. Diese dürften aber niemals Rechtfertigung für Hass und Gewalt sowie für die Beschädigung demokratischer Strukturen sein. "Nehmen sie unsere Demokratie nicht als selbstverständlich, sondern stehen sie für unsere Werte ein: unsere Pressefreiheit, die Menschenrechte, die Anerkennung des Grundgesetzes und die Vielfalt in unserer Gesellschaft", appellierte Krone an die Teilnehmer der "wir sind mehr"-Bewegung, die "Energie des Abends" mit in ihren Alltag zu nehmen.

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Mit zahlreichen Plakaten und Bannern kamen die Demonstranten auf den Marktplatz in Lingen. Foto: Julia Mausch

In der eigenen Umgebung achtsam sein

Auch Gemeindereferent Dirk Tecklenborg, pastoraler Koordinator der Pfarreiengemeinschaft St. Josef Laxten, St. Antonius Baccum und St. Marien Brögbern, ging auf die Ängste und Sorgen der Menschen ein: "Wer durch viel Veränderung in kurzer Zeit und immer schneller werdenden Informationen Sorgen hat, darf sie auch nennen", erklärte Tecklenborg. Die vielzitierten "besorgten Bürger" hätten Fragen und auch das Recht, darauf Antworten zu bekommen.

Eines stellte der Gemeindereferent jedoch klar: "Wer in den sozialen Medien und der realen Welt gegen Demokratie, Toleranz, Mitmenschlichkeit und den Rechtsstaat wettert, der ist kein 'besorgter Bürger', sondern jemand, der auf die sich stellenden Fragen gar keine Antworten haben will." Sich dem kraftvoll entgegenzustellen und in der eigenen Umgebung achtsam zu sein, sei das Gebot der Stunde, sagte Tecklenborg. "Heute wollen wir zeigen, das wir in unserer Stadt offen und tolerant miteinander umgehen wollen." 

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Musikalisch schloss die Veranstaltung mit dem gemeinsam gesungenen Lied des verstorbenen Musikers Michael Jackson "We are the world", an der Gitarre begleitet von Theresa Nguyen. Foto: Julia Mausch

Musikalisch schloss die Veranstaltung nach einem kurzen Moment des Schweigens mit dem gemeinsam gesungenen Lied des verstorbenen Musikers Michael Jackson "We are the world", an der Gitarre begleitet von Theresa Nguyen. Mitinitiatorin Kornelia Spielmanns zog ein positives Fazit: "Es hat sich gelohnt, in unserer schönen Stadt dieses schöne Zeichen zu setzen." Man könne stolz auf die Lingener Bürger und Gäste der Stadt sein. Spielmanns hatte angesichts der kurzen Vorbereitungszeit mit deutlich weniger Teilnehmern gerechnet und bei der Stadt nur bis zu 800  angemeldet. "Ich hatte befürchtet, der Schuss würde nach hinten losgehen, aber er ist nach vorne losgegangen", sagte die sichtlich erfreute Mitorganisatorin von "Lingen leuchtet – wir sind mehr".

 

 


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